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Die Psyche eines Linkshänders

Eine faszinierende Welt der Kreativität und Einzigartigkeit

1. Die Macht der Kreativität:

Linkshänder haben oft eine außergewöhnliche kreative Ader. Die Verbindung zwischen der rechten Gehirnhälfte, die für Kreativität und Fantasie zuständig ist, und der linken Hand führt zu einer einzigartigen Denkweise und einem talentierten künstlerischen Ausdruck

2. Herausforderungen und Stärken:

Das Zurechtfinden in einer von Rechtshändern dominierten Welt erfordert zahlreiche Adaptions- und Anpassungsstrategien. Dies wirkt sich sowohl auf die Problemlösungskompetenz, als auch auf die Wahrnehmung und das Denken aus. Statt mit einer Umwelt der „Angepasstheit“ konfrontiert zu sein, stellt bereits das alltägliche Leben Linkshänder vor Hürden, die es zu überwinden gilt. Beobachtete Strategien können hier nicht funktionieren, da sie meist bei Rechtshändern beobachtet werden. Statt sich deshalb gruppenorientiert am Mehrheitsdenken und Meinungen zu orientieren, müssen die Lösungen für die Probleme selbstständig entwickelt werden. Diese Herausforderungen können jedoch dazu führen, dass Linkshänder überdurchschnittliche Anpassungsfähigkeit und Problemlösungsfähigkeiten entwickeln. Diese Eigenschaften kommen ihnen vor allem in Situationen zu Gute, die divergentes Denken erfordern. Dies sind Problemstellungen die keinen eindeutigen, schematischen Lösungsweg einfordern, sondern ungewöhnliche Ansätze notwendig machen.

3. Individualisierungstendenz:

Damit in Verbindung steht das Verhalten vieler Linkshänder, sich immer mal wieder von der Gesellschaft zurückziehen zu wollen, um sich mit Tagträumen und Vorstellungen zu beschäftigen. Bei Linkshändern ist damit eine gewisse Individualisierungstendenz festzustellen zusammen mit dem Wunsch, sich mit dem eigenen Innenleben zu beschäftigen.

4. Kognitive Unterschiede:

Untersuchungen haben gezeigt, dass Linkshänder oft eine stärkere Vernetzung zwischen den beiden Gehirnhälften haben. Dies kann zu einer verbesserten Fähigkeit zur Informationsverarbeitung und zur Nutzung von Ressourcen führen, die vielen rechtshändigen Menschen nicht zugänglich sind.

5. Kulturelle Bedeutung:

In einigen Kulturen wurde Linkshändigkeit historisch gesehen als etwas Besonderes oder sogar als schlechtes Omen angesehen. Dies hat zu einer gewissen Mystik um Linkshänder geführt, die in einigen Kreisen als auserwählt oder begabt angesehen werden.

6. Emotionale Sensibilität:

Linkshänder neigen dazu, ein höheres Maß an emotionaler Sensibilität zu haben. Sie können tiefgründige Beobachter sein und subtile Nuancen in ihren Umgebungen und zwischenmenschlichen Beziehungen wahrnehmen. Diese Sensibilität kann zu einer gesteigerten Empathie und kreativen Ausdrucksweise führen.

7. Selbstausdruck und Individualität:

Linkshänder fühlen sich oft als Teil einer einzigartigen Gemeinschaft. Ihr Anderssein kann zu einem starken Gefühl der Individualität und des Stolzes auf ihre Einzigartigkeit führen. Dies kann zu einer stärkeren Entfaltung des eigenen Selbstausdrucks und einer besonderen Persönlichkeit führen.

8. Gedächtnis und Lernen:

Es wurde festgestellt, dass Linkshänder manchmal ein anderes Gedächtnismuster haben als Rechtshänder. Sie können Informationen anders verarbeiten und erinnern. Dies kann zu unterschiedlichen Lernstrategien und -vorlieben führen.

9. Gesellschaftliche Akzeptanz:

Obwohl die Akzeptanz von Linkshändern in der Gesellschaft heute größer ist als früher, können sie immer noch auf Vorurteile oder Unannehmlichkeiten stoßen. Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Linkshändern zu schärfen und eine inklusive Umgebung zu schaffen, in der sie ihre Potenziale entfalten können.

10. Vielfalt und Flexibilität:

Linkshänder repräsentieren die Vielfalt der menschlichen Natur. Die Tatsache, dass Menschen unterschiedliche Händigkeiten haben, verdeutlicht, dass es viele Wege gibt, Dinge zu tun. Dies kann uns daran erinnern, offen für verschiedene Perspektiven zu sein und Flexibilität in unserer Denkweise zu entwickeln.


Die Wahrnehmungsrichtung

Auch in Bezug auf die visuelle Wahrnehmung gibt es in der Regel bedeutende Unterschiede zwischen den Rechts- und Linkshändern.

Welches Tier siehst du?

Hase oder Ente

Mit diesem kleinen Test lässt sich die Wahrnehmungsrichtung in der Regel feststellen (Ente-Hase-Test nach J. Perret):

Der Rechtshänder nimmt seine Umgebung gewöhnlich von links nach rechts wahr (sofern er auch zu den sogenannten „Rechtsäugern“ zählt), der Linkshänder in der Regel genau umgekehrt. Während der Rechtshänder beim Betrachten dieses Bildes zuerst die linke Hälfte in Erscheinung nimmt und sich allmählich der rechten Seite annähert (vom Schnabel zum Kopf= Ente), verläuft die Wahrnehmungsrichtung bei einem Linkshänder entsprechend spiegelbildlich, von rechts nach links (vom Kopf zu den Ohren = Hase)

Welche Schwierigkeiten können sich aus der umgekehrten Wahrnehmungsrichtung ergeben?

Bei der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen spielt die Wahrnehmungsrichtung eine entscheidende Rolle. Vieles muss daher gelernt werden und erfolgt nicht intuitiv.

Für ein linksäugiges Kind können so, gerade zu Beginn, in der Grundschule größere Probleme entstehen. Schon beim Lernen von Lesen und Schreiben, treten diese in Erscheinung. Da die visuelle Wahrnehmung genau entgegen der Leserichtung erfolgt, werden sehr oft Buchstaben verschluckt oder falsch gelesen/geschrieben. Das geschieht vor allem bei Buchstaben, die zueinander spiegelbildlich sind, wie p und q oder d und b, aus einem E wird eine 3 und umgekehrt. Aus Gelb wird Geld. Auch ganze Zahlen werden unbewusst gedreht, so wird anstatt einer 69 eine 96 gelesen, gedacht oder geschrieben. Dadurch schleichen sich hier Fehler ein. Die Folgen liegen auf der Hand. So ist es durchaus nicht verwunderlich, dass es in Diktaten und Mathematikarbeiten nur so von den sogenannten „Flüchtigkeitsfehlern“ wimmelt. Braucht doch der Linksäuger ein noch größeres Konzentrationsvermögen als seine rechtsäugigen Mitschüler! Aber auch in anderen Bereichen kann die spiegelbildliche Wahrnehmung dem Linkshänder Schwierigkeiten bereiten. Nicht nur unsere Schrift ist rechtsläufig, auch Tabellen, Graphiken, Symbole, Noten und viele andere Zeichen werden grundsätzlich von links nach rechts interpretiert.