„Der Fuß ist ein Kunstwerk aus 26 Knochen, 19 Muskeln und 107 Bändern. Ein Kunstwerk braucht einen Rahmen, keinen Käfig.“
– Leonardo da Vinci
Unsere Füße – Ein Wunderwerk der Natur
In unserer schnelllebigen Zeit vernachlässigen wir oft das Wichtigste, was wir haben: unsere Füße Sie tragen uns unser gesamtes Leben und bestehen aus 26 Knochen, 33 Gelenken, 20 Muskeln und über 100 Bändern. Dazu besitzen sie, wie unsere Hände, unzählige Nervenzellen. Unsere Füße können unser Gewicht abfedern, Bodenunebenheiten ausgleichen und wichtige Informationen für den Gleichgewichtssinn liefern. Doch eingesperrt in meist zu engen oder zu stark gedämpften Schuhen bleiben diese Fähigkeiten oft ungenutzt und verkümmern.
Das Barfußlaufen ist die ursprüngliche und natürliche Form der menschlichen Fortbewegung und hat sich über Jahrhunderte bewährt. In Ländern, in denen die Menschen heute noch barfuß laufen, sind alltägliche Probleme mit Füßen, Knien, Hüfte und Rücken nahezu unbekannt.
Wie Schuhe unseren Körper beeinflussen
Das „Fußbett“ in den meisten Schuhen ist wörtlich zu nehmen: Wir legen unsere Füße im wahrsten Sinne des Wortes schlafen, denn die Fußmuskulatur wird in den meisten Schuhen stillgelegt. Unsere Füße müssen sich oft dem Schuh anpassen und nicht umgekehrt. Viele Schuhe sind so starr und eng, dass sie uns von äußeren Sinneseindrücken abschirmen, die Füße in ihrer Bewegungsfreiheit stark einschränken und den Zehen keinen Spielraum lassen.
Doch wie jedes andere Körperteil, das lange unbenutzt bleibt, verlieren auch unsere Füße und Sprunggelenke schnell an Kraft und Elastizität. Bereits nach 10 Tagen können Muskeln abbauen, Sehnen sich verkürzen und Gelenke unbeweglicher werden.
Folglich ist die Fußmuskulatur irgendwann nicht mehr in der Lage, die natürliche Form des Fußes zu halten. Die Instabilität des Fußgewölbes und des gesamten Halteapparates kann mit der Zeit zu Fehlstellungen und bleibenden Verformungen führen, wie:
- Spreizfuß
- Knick-, Senk- und Plattfuß
- Hammerzehen
- Hallux Valgus
- Fersensporn
Studien
Der Ballengang
Unsere Füße selbst sind so aufgebaut, dass eine natürliche Dämpfung durch die Bewegungsabläufe entsteht. Laufen wir in festen Schuhen, machen wir jedoch große Schritte und treten mit der Ferse zuerst auf.
Laufen wir barfuß oder in Barfußschuhen, ist diese Gangart schmerzhaft. Dadurch ändern wir unseren Laufstil auf eine ganz natürliche Weise – oft ganz automatisch – hin zum Mittelfuß- oder Ballengang.
Wir verkürzen unsere Schritte und setzen den Fuß instinktiv flacher auf, dabei berührt der Mittelfuß oder der Vorfuß zuerst den Boden.
Lieberman Studie 2010
Geringere Aufprallkräfte beim Barfußlaufen
2010 untersuchte der Evolutionsbiologe Dr. Daniel Lieberman von der Harvard Universität in einer wissenschaftlichen Studie die durch das Laufen entstehenden Bewegungen und Aufprallkräfte.
„Der Mensch betreibt schon seit Millionen von Jahren Ausdauerlauf, aber der moderne Laufschuh wurde erst in den 1970er Jahren erfunden...
Vorfuß- und Mittelfußlauf waren wahrscheinlich häufiger anzutreffen, als die Menschen barfuß oder in Minimalschuhen liefen, und könnten die Füße und unteren Gliedmaßen vor einigen der aufprallbedingten Verletzungen schützen.“
Quellen:
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
nature.com
Keenan-Studie 2009
Höhere Gelenkbelastungen bei Laufschuhen im Vergleich zum Barfußlaufen
In einer Studie der Universität Virginia untersuchten Forscher die Auswirkungen moderner Laufschuhe auf die Belastung der Gelenke während des Laufens...
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Belastungen am Knie in Bereichen höher sind, die typischerweise anfälliger für Kniearthrose sind...
Ryan Studie 2013
Der Wechsel zu minimalistischen Laufschuhen sollte langsam und schrittweise erfolgen
Die Studie der Griffith University in Australien hat untersucht, ob es beim Wechsel von traditionellen Laufschuhen zu minimalistischen Laufschuhen zu Veränderungen im Knochenmark der Füße kommt...